Programm 2016

Das war das Programm der Woche der Wirksamkeit 2016:

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die Struktur der Woche der Wirksamkeit. Sie können mit Hilfe der Tabelle direkt steuern, für welches Zeitfenster Programmdetails angezeigt werden.

AUFTAKT MUT FREUDE
So., 23.10. Mo., 24.10. Di., 25.10.
9:00 Nur für heute
zum Tag und zum Thema Mut
Nur für heute
zum Tag und zum Thema Freude
9:30 Keynotes Keynotes
11:00 Pause Pause
11:30 Resonanzen
Stimmen zum Vormittag:
Was wirkt?
Resonanzen
Stimmen zum Vormittag:
Was wirkt?
12:00 still & wirksam still & wirksam
12:30 Mittagspause Mittagspause
14:00 Workshops, Exkursionen und Begegnungen Workshops, Exkursionen und Begegnungen
18:00 Treffpunkt
Austausch und kulinarische Stärkung
Treffpunkt
Austausch und kulinarische Stärkung
19:00 Abendvortrag Abendvortrag Konzert
WANDEL WEITER WIRKEN
Mi., 26.10. Do., 27.10. Fr., 28.10.
Nur für heute
zum Tag und zum Thema Wandel
Vertiefende Angebote Workshops, Exkursionen und Begegnungen Vertiefende Angebote Workshops, Exkursionen und Begegnungen
Keynotes
Pause
Resonanzen
Stimmen zum Vormittag:
Was wirkt?
still & wirksam
Mittagspause
Workshops, Exkursionen und Begegnungen
Treffpunkt
Austausch und kulinarische Stärkung
Abendvortrag

Programm

AUFTAKT | Sonntag, 23. Oktober 2016

19:00 Uhr Abendvortrag

Über die Wirksamkeit der zwischenmenschlichen Beziehung – AUSGEBUCHT !

Eine Betrachtung aus neurowissenschaftlicher Perspektive
Joachim Bauer

Martin Bubers Erkenntnis, dass wir nur am Du zum Ich werden können, hat sich in einem weit fundamentaleren Ausmaß als Buber sich das hätte träumen lassen, auch aus neurowissenschaftlicher Sicht als richtig erwiesen. Menschliche Säuglinge sind bei Geburt ungewöhnlich unreif. Sie müssen das, was wir ein „Selbst“ nennen, also eine innere Vorstellung vom Ich, erst erwerben.

Anhand der dyadischen (zweiseitigen) Rückspiegelungen, die sie von den wichtigsten Bezugspersonen erhalten, gewinnen sie nicht nur eine innere Vorstellung vom Selbst, sondern simultan vom signifikanten anderen, dem Du. Beide innere Vorstellungen sind in sich überlappenden, teilweise identischen Nervenzellnetzwerken abgespeichert. Rückspiegelungen, insbesondere Worte, die wir von anderen, vom Du erhalten, bleiben lebenslang – sowohl psychologisch als auch neurobiologisch – wirksam. Sie können eine heilsame aber auch destruktive Wirkung haben.

  • Welche Bedeutung haben diese Erkenntnisse für ein wirksames Miteinander?
  • Was bewirken wir für unsere eigene Entwicklung durch die Art und Weise unserer Beziehungen zu anderen?
  • Wie können wir Beziehungen auch im beruflichen Kontext wirkungsvoll gestalten ohne diese zu instrumentalisieren?

Joachim Bauer zeigt in diesem Vortrag aus neurowissenschaftlicher Sicht die Wirkmächtigkeit von Beziehungen auf.

MUT | Montag, 24. Oktober 2016

9:00 Uhr Nur für heute
zum Tag und zum Thema Mut
P. Christian Marte SJ
9:30 Uhr Keynotes

Courage for simplifying organizations in a VUCA world

Learning from Buurtzorg Nederland
Sharda S. Nandram

In this Lecture the practice of Buurtzorg, one of the most talked about cases in community care, will be presented as a model of simplifying organizations. Sharda S. Nandram has developed a new Organizational Theory which has given direction and inspiration to a lot of people working for Buurtzorg.

The presentation will focus on simplifying organizations, especially for navigating the Volatility, Uncertainty, Complexity and Ambiguity through the approach of Integrative Self-Management. It aims to answer the question how to transform existing systems towards an Integrative and Holistic Self-Managed paradigm.

Established organizations have already built a lot of legacy, history and leadership. Any small change is a step too much for them. Solutions that have worked effectively elsewhere are not accepted. It needs courage to let go existing frameworks and explore new approaches. Learning from the practice of Buurtzorg Nederland means to discover alternative ways of organizing management. Challenges of Self-Management and the opportunities it gives will be explored while celebrating the local context of organizations.

Mut zum Machbaren

Von der Verantwortung, im Loslassen Wirksamkeit zu sichern
Sr. Edith-Maria Magar

Angesichts der Entwicklung, dass die Ordensgemeinschaften über immer weniger Mitglieder verfügen, mit denen sie die Zukunft in den Werken gestalten können, setzten die Waldbreitbacher Franziskanerinnen einen ungewöhnlichen und mutigen Schritt. Sie übertrugen im Jahr 2011 die gesamten Werke des Ordens in die Marienhaus-Stiftung.

Bereits 1903 hatten die Franziskanerinnen die Marienhaus GmbH Waldbreitbach gegründet und als deren Rechtsträger lenkte der Orden bis 2011, also 108 Jahre lang, die Geschicke von 14.000 Mitarbeitenden des Gesundheitswesens.

Seit 2011 stehen nicht mehr Ordensfrauen, sondern weltliche Frauen mit christlichem Wertefundament an der Spitze der Einrichtungen. „Wir hatten den Mut zu erkennen, dass wir hier und jetzt unsere Sendung an die Realität anpassen müssen.“

Bereits Anfang der Neunziger Jahre wurde ein systemischer Organisationsentwicklungsprozess innerhalb der gesamten Organisation initiiert, um diesen Schritt sorgfältig vorzubereiten. Die Fortführung der Intention der Ordensgründerin Rosa Flesch war den Ordensfrauen ein zentrales Anliegen. Um das Wesentliche ihrer Erbschaft zu bewahren und in die Zukunft zu entlassen, wurden Leitungspositionen mit kompetenten und christlich engagierten Führungskräften besetzt, die selbst keine Ordensleute sind – „wer es am besten kann, soll es tun.“

Wie das gelingen konnte, welche Kräfte in diesem Veränderungsprozess wirksam wurden, welche Ressourcen und Stolpersteine den Ordensfrauen auf ihrem Weg begegnet sind und was dieser Prozess des Loslassens innerhalb des Ordens und in den Werken der Stiftung bewirkt hat, darüber berichtet Sr. Edith-Maria mit Erfahrungen aus erster Hand.

11:00 Uhr Pause
11:30 Uhr Resonanzen
Stimmen zum Vormittag: Was wirkt?
Gabriele Hetzmannseder, Ulla Konrad, Sr. Edith-Maria Magar, Sharda Nandram, Franz Karl Prüller
12:00 Uhr still & wirksam
Ursula Baatz
12:30 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Workshops, Exkursionen und Begegnungen

Gutes schaffen – AUSGEBUCHT !

Workshop-Reihe zur Spiritualität
P. Josef Maureder SJ, Sr. Ruth Pucher MC, Sr. Christa Huber CJ u.a.

An drei Schlüsselmomenten eines Einsatzes (Mut, Freude, Wandel) wird versucht, in Praxis und Gespräch zwei zentrale Wege wirksamen Handelns einzuüben:

  1. Wie finde ich in meinem menschlichen Tun den Kontakt zum Geheimnis des Lebens?
  2. Wie finde ich in all meinen Bemühungen das rechte Maß, die gesunde Mitte?

Es geht darum, unterscheiden zu lernen, was ich als Mensch mit meinen Kräften tun kann und wo und wie ich mich öffnen kann und muss für den Geist des Lebens.So kann ich wirklich kreativ , d. h. schöpferisch werden. Dabei ist der Weg zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ immer neu zu suchen und zu finden.

An allen drei Tagen können sich die Teilnehmenden in fünf Schritten dem jeweiligen Thema annähern, es vertiefen und für ihren persönlichen Kontext fruchtbar werden lassen:

  • MEDITATION
    Sich einfinden und zur Ruhe kommen –
    mit Leib und Seele
  • ÜBUNG
    Dem Thema begegnen –
    im Schreiben, Gehen und Spielen
  • IMPULS
    Hinhören auf das, was Nutzen bringen kann –
    auf Bewährtes und Neues
  • GRUPPENGESPRÄCH
    Miteinander sprechen, Erfahrungen teilen –
    gemeinsam das Thema vertiefen
  • AUSKLANG
    Die Früchte des Nachmittags sammeln –
    dankbar hinsehen und inwendig verkosten

Vielleicht kann sogar etwas erahnt werden, was Jesus damals meinte, als er sagte:
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Denn getrennt von mir, könnt ihr (werkeln, aber) nichts vollbringen.

Zivilgesellschaft: Welche Rahmenbedingungen zeigen Wirkung?

Engagement fördern durch politische Rahmenbedingungen und konkrete Unterstützungsinitiativen
Franz Neunteufl, Brigitte Pabst

Welche Rahmenbedingungen führen zu bestmöglicher Entfaltung und Wirksamkeit zivilgesellschaftlichen Engagements – in Österreich und anderswo?

Dieser Workshop informiert über aktuelle Entwicklungen für zivilgesellschaftliche Arbeit in Österreich und Europa. In welche Richtung geht es? Welche politischen Aktivitäten zur Stärkung der Zivilgesellschaft sind zu verzeichnen? Welche Rahmenbedingungen wünschen sich Freiwillige? Welche Benefits erwarten Freiwillige als Kompensation für ihre zur Verfügung gestellte Zeit? Welche Bereiche des freiwilligen Engagements sind besonders attraktiv für Menschen? Und: Welche Motivation bringt sie zum Handeln?

Als Beispiel einer konkreten Initiative, die zivilgesellschaftliche Beteiligung unterstützt und erleichtert, wird die 2016 gegründete Akademie der Zivilgesellschaft vorgestellt. Die Akademie der VHS Wien ist das erste Gründungsservice für Freiwilligenprojekte, in dem Personen und Gruppen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren wollen, von der Idee bis zur Umsetzung begleitet werden.

Präsenz und Führung – AUSGEBUCHT !

Lucia und Bernadette Froihofer, Moderation: Robert Gerstbach-Muck

„Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten.“ (Aristoteles)

Musizieren bedeutet für uns: im Moment, in perfekter Übereinstimmung, im eigenen persönlichen Ausdruck zu agieren. Wenn das gut klappt, entsteht pure Freude – bei den Musizierenden und beim Publikum. Wie finden wir diese harmonische Übereinstimmung körperlich und emotional? Wie wirkt sich unterschiedliches menschliches Agieren auf das
musikalische Ergebnis aus? Wie viel Mut braucht es, sich im Moment der Bühnensituation ganz auf die Andere einzulassen und sich vollkommen zu vertrauen?

Als freischaffende Musikerinnen dürfen wir in jeder Konstellation immer wieder neue Arten des Zusammenspiels entwickeln. Die eine – Lucia Froihofer – spielt meist die erste Geige und führt gerne Gruppen, seien dies Orchester, mit oder ohne Dirigenten, oder kleinere kammermusikalische Ensembles. Die andere – Bernadette Froihofer – spielt als
jüngere Schwester meist die zweite Geige, als Psychologin und Pädagogin kann sie besonders gut mit Menschen umgehen und sich in andere hineinfühlen.

Wir werden gemeinsam Fragen nachgehen, die sich in jedem ergebnisorientierten, gemeinschaftlichen Arbeiten stellen. Antworten erleben Sie live, wenn wir verschiedene Arten von Führung und nonverbaler Kommunikation an unseren Instrumenten zeigen und die Wirkung direkt hörbar wird. In einfachen kleinen Übungen, werden Sie diese auch selbst ausprobieren und erfahren können. Dazu ist keinerlei musikalische Vorbildung erforderlich.

Robert Gerstbach-Muck wird als Moderator dabei unterstützen, die gewonnenen Erkenntnisse in Bezug zu setzen zu den Fragen, die die Teilnehmenden in Bezug auf ihre eigene (Führungs-)Rolle bewegen.

Wirksamkeit und Wirkungsmessung – AUSGEBUCHT !

Anwendung und Nutzen für soziale Organisationen
Thomas Prinz
, Sandra Borth

Nicht erst seit der Einführung der wirkungsorientierten Haushaltsführung in der österreichischen Bundesverwaltung sind soziale Organisationen interessiert, die Relation zwischen Mitteleinsatz und erzielten Ergebnissen zu messen und Rückschlüsse über die Wirkungen ihrer Dienstleistungen zu ziehen. Begriffe wie Input, Outcome und Impact schwirren herum. Es geht um Kennzahlen und Indikatoren und das in der sozialen Arbeit, wo Ursache-Wirkungszusammenhänge alles andere als eindimensional sind.

Dieser Workshop bietet mit seiner Theorie-Praxis-Kombination die Möglichkeit, sich Input zu Begriffen und Inhalten zu holen und den kollegialen Austausch zur Umsetzung zu pflegen.

Im Workshop werden folgende Themen bearbeitet:

  • Wirkungsorientierung und Wirkungsmessung sozialer Dienstleistungen
  • Von der Strategie zu strategischen Zielen und Wirkungszielen
  • Fallbeispiel „Wohnungslosenhilfe“ des B 37: Wirkungsziele
  • Kennzahlen und Indikatoren zur Wirkungsmessung (inkl. Praxisbeispiele)
  • Impact Map
  • Konkrete Beispiele zum wirkungsorientierten Berichtswesen
  • Praxistransfer: Wie arbeite ich in meiner Organisation nun wirkungsorientiert weiter?

Gutes Leben bis zuletzt? – AUSGEBUCHT !

Exkursion Hospiz St. Raphael
Matthias Strebl, Begleitung: Martina Schürz

„Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun!“ (Stein Husebö)

‚Hospiz’ beschreibt nicht nur einen Ort, wo Menschen an ihrem Lebensende Geborgenheit und Unterstützung erfahren können, sondern auch eine Lebens-Haltung: sie äußert sich konkret und lässt sich erleben. Wahrgenommen und anerkannt zu werden als der Mensch, der ich geworden bin, mit dem was ich jetzt brauche und auch mit dem, was ich nun nicht mehr will. Ein Hospiz lebt – stationär wie mobil – von den Menschen, die dort tätig sind: hauptamtlich in unterschiedlichen Berufen, als freiwillig Tätige mit reichen Lebenserfahrungen und praktischen Alltagskompetenzen.
In der Begegnung und im Austausch mit Mitarbeitenden des Hospiz St. Raphael wird besser zu verstehen sein,
– worauf es in der Begleitung und Betreuung am Lebensende entscheidend ankommt;
– was „Leben können bis zuletzt“ konkret bedeuten kann – in Anerkennung der Einmaligkeit der Personen („Gäste“) und deren Lebens- und Krankheitsverläufen – wie auch im Blick auf die ‚Care-giver’ selbst und deren Kompetenz, Möglichkeiten und Grenzen;

An den Grenzen, wo Leben schwer fällt, oftmals eingeschränkt und vulnerabel ist, erscheint Grenz-Kompetenz besonders bedeutsam und wirkungsvoll: worauf kommt es hier und jetzt entscheidend an, was macht den Unterschied, um das Leben noch aushalten zu können, bis es sich vollendet? Was ist (noch) zu tun – oder (besser) zu lassen?

In der Begegnung mit Menschen in Hospiz und Palliative Care lässt sich wirksam fürs Leben lernen – und das nicht nur „letzten Endes“:

  • Gerade am Lebensende lassen sich entscheidende Fragen und Bewertungen des Gesundheitswesens und der Humanität der Gesellschaft wie in einem Spiegel und Vergrößerungsglas erkennen;
  • wird sog. Versorgungsqualität als (ethische) Entscheidungsqualität identifiziert:
    wer ist vorausschauend (wie) zu beteiligen, was ist zu bedenken, abzuklären, welche Alternativen gibt es, was ist jedenfalls zu vermeiden etc.
  • lassen sich wirkungsvolle Aspekte einer Kommunikations- und Sorgekultur besonders deutlich erkennen;
  • Schritte einer Gratwanderung: Wie lassen sich (hospizlicher) Anspruch und (Organisations-)Alltag konkret balancieren:

    – Inwieweit ist ein solcher (Ideal-)Anspruch wirksam für konkrete Handeln?

    – Wie lassen sich die Lebenswünsche und Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten wahrnehmen, ohne dabei die Leistungsfähigkeit, Möglichkeiten und Grenzen der Mitarbeitenden sowie die vorhandenen Rahmenbedingungen der Organisation außer Acht zu lassen?

Wenn (Lebens-)Zeit knapp bemessen ist, (Lebens-)Kräfte schwinden, massive Verluste eintreten etc.: wie kann die Aufmerksamkeit geschult werden, das zu tun bzw. zu lassen, was dem Leben (bis zuletzt) in diesem Moment (noch) dient.

Vom Wissen zum Tun – AUSGEBUCHT !

„Zwischen dem Reden und dem Tun liegt das Meer“
Wilfried Datler, Harald Fasching

Das verfügbare Wissen in unserer Gesellschaft wächst exponentiell, der Grad an Komplexität und Vernetztheit dieses Wissens steigt unaufhörlich. Das Handeln hinkt dem Wissen hinterher oder läuft gar in eine andere Richtung. Handbücher gibt es unzählige, wie etwas richtig, effizient, effektiv oder sehr gut zu machen ist. Doch es gelingt selten, dies auch umzusetzen, man bringt dieses enorme Wissen „nicht auf die Straße“.

Auf dem Weg zum Wirksamwerden gibt es noch reichlich Luft nach oben. Ist uns etwa mit dem explosionsartigen Anwachsen von Information und Wissen gleichzeitig die Handlungsfähigkeit abhandengekommen? Oder befindet sich zwischen dem Wissen und dem Handeln grundsätzlich eine kaum zu überwindende Kluft? Könnten auch die Anforderungen der Praxis verhindern, dass das in der Schule, in der Universität, in Aus- und Fortbildungen usw. Erlerntes nicht zum Tragen kommt? Haben wir es vielleicht gar nicht mit einer Einbahnstraße zu tun? In beide Richtungen und in viele andere muss vermutlich noch gedacht und gesucht werden.

Viele Lebensweisheiten, Zitate oder Ratschläge deuten auf verschiedenste Hürden bzw. Barrieren hin, die zwischen dem Wissen und dem Tun liegen. „Tu das, tu jenes, dann wirst du im Paradies landen …“ Doch wirklich erfolgreich ist das alles selten. Wo liegen da mögliche Ursachen? Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Zeit wollen wir theoretische Hintergründe „ausleuchten“, praktisch an Hindernissen und Blockaden arbeiten, gemeinsam einige solcher Barrieren aufspüren und besprechen, ob und wie sie – vielleicht – aus dem Weg geräumt werden können. Vermutlich werden wir uns dabei auch beim „G’scheit Reden“ ertappen, das uns vorgaukelt, die Zusammenhänge zu durchschauen, wo es doch erst angesagt ist, bescheiden zu erkunden und zu vermuten. Vermutlich werden wir uns auch dazu hingerissen fühlen, uns wechselseitig neue Ratschläge zu geben, und uns – hoffentlich – schmunzelnd darauf aufmerksam machen, dass wir uns auch dann nur zu schnell der Illusion hingeben, endlich zu wissen, die Kluft zwischen dem Wissen und dem Tun zu schließen ist. Wir freuen uns auf das gemeinsame Auseinander- und Zusammensetzen!

Sinn in der Arbeit – Mut in der Krise

Dorothee Bürgi

Dieser Workshop dient Führungskräften zur Erkundung, wo das eigene Handeln persönlich sinnstiftend erlebt wird und wie es gelingt, den Sinn der Organisation („Purpose“) für die Mitarbeitenden wirksam zu vermitteln. Kann Sinn wirklich vermittelt werden oder muss er nicht vielmehr gefunden werden? Was können Führungskräfte tun, um einerseits das eigene Engagement als sinnvoll zu erleben und anderseits ein sinnorientiertes Umfeld zu schaffen?

Der Workshop thematisiert die Voraussetzungen für das Sinnerleben im Kontext der Arbeit, beleuchtet die Möglichkeiten zur vertieften Entwicklung einer wert-und sinnorientierten Haltung gegenüber der Organisation und gibt Impulse zum diesbezüglichen Umgang mit den eigenen Herausforderungen und Schwierigkeiten im Führungsalltag.

18:00 Uhr Treffpunkt

Austausch und kulinarische Stärkung

Musiker/innen von open piano for refugees rahmen den Treffpunkt – Raum für Austausch und kulinarische Stärkung zwischen Tages- und Abendprogramm.

Musafer (Afghanistan), Yota Utuyo & Tina Uka (Nigerien), Mohammed Moazzen & Saeed Hosseini Saeb (Iran).

superar-orchester

superar-orchester

superar-orchester

19:00 Uhr Abendvortrag

Mut zur Scham – AUSGEBUCHT !

Ein empfindsames Schamgefühl ist der Tapferkeit verwandt.
Tilli Egger

Scham ist eine machtvolle universelle Emotion, die kaum zu artikulieren ist. Inwieweit kann sie – wie Konfuzius zitiert wird – der Tapferkeit verwandt sein? Die Negativseite der Scham hat eine lange Schatten-Geschichte. Momente der Macht-Demonstration und Erniedrigung, erlebte Verachtung, Beschämung und Abwertung tauchen auf. Wer sich übersehen erlebt, als Nichts und Niemand, zweifelt an sich selbst.

Wie gehen wir als Gesellschaft und als einzelne mit uns um, wenn es beschämend wird? Welche Beachtung erhält Scham – in der sozialen Arbeit, Pflege und im Alltag der Unternehmen?

FREUDE | Dienstag, 25. Oktober 2016

9:00 Uhr Nur für heute
zum Tag und zum Thema Freude
Cecily Corti
9:30 Uhr Keynotes

Superar – Freude wirkt!

Wie der Zugang zu Musik Kinder und Gesellschaft verändern kann
Andy Icochea Icochea

Am Beispiel von Superar wird sichtbar, wie die Freude an der Musik wirksam wird, um soziale, religiöse und nationale Grenzen zu überwinden.
Superar ist eine europäische Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, musikalische Grundausbildung und Förderung für Kinder und Jugendliche in breiten Schichten der Gesellschaft zu verankern. Kostenfreie, hochwertige und intensive Musikförderung in den Fächern Chor und Orchester soll allen Kindern und Jugendlichen zugänglich gemacht werden, vor allem auch jenen, die wenig oder eingeschränkten Zugang zu kultureller Förderung haben.
Regelmäßiges gemeinsames Musizieren bildet nicht nur die Stimme und das Musikverständnis der TeilnehmerInnen, sondern stärkt sie auch in wichtigen Zusatzkompetenzen wie Konzentration, Leistungsbereitschaft, Selbstbewusstsein und Kreativität. In der Zusammenarbeit werden Gemeinschaftssinn, Kommunikationsfähigkeit, Rücksichtnahme, Toleranz und Kritikfähigkeit gefördert.

Im Laufe des Vormittags werden die Teilnehmer/innen durch den musikalischen Leiter Andy Icochea Icochea immer wieder selbst musikalisch aktiviert – lassen Sie sich überraschen, welche Wirkungen mit Hilfe von Musik erzielt werden können!

Der Verein Superar wurde 2009 in Wien von Caritas der Erzdiözese Wien, Wiener Konzerthaus und Wiener Sängerknaben gegründet. Aktuell betreut Superar rund 1200 Kinder und Jugendliche an 16 Standorten in Österreich sowie 820 Kinder und Jugendliche an 11 Standorten in der Slowakei, der Schweiz, Liechtenstein, Rumänien und Bosnien. Superar ist Teil des Netzwerkes Sistema Europe.

http://austria.superar.eu

Mut zur Kosmopoesie

Michael Musalek

Martin Heidegger nannte den Menschen einen „geworfenen Entwurf“. Er verwies damit darauf, dass wir nicht nur in unsere jeweilige Lebenssituation geworfen sind, sondern als Menschen auch zum Neuentwurf unseres Lebens befähigt sind. Max Scheler ging noch einen Schritt weiter, wenn er den Menschen als einen „Vollzieher“ bzw. „Macher“ bezeichnete. Wir Menschen sind nicht nur zu einem Weltentwurf fähig, sondern auch dazu diesen dann in die Tat umzusetzen. Diese Kosmopoiesis (Weltenneuschaffung) ist unsere zentrale Lebensaufgabe. Die Welt ist nicht so wie sie ist, sondern so wie sie von uns geschaffen wird. Wenn wir an der Weltenneuschaffung nicht teilnehmen, dann heißt das nicht dass die Welt so bleibt wie sie ist, sondern nur, dass wir anderen den Vortritt im Schaffungsprozess lassen. Neues zu schaffen braucht Mut – Mut im Sinne von Risikobereitschaft aber auch im Sinne etwas mit Kraft und Herz umzusetzen. Vor allem diese letztere Form des Mutes ist unabdingbare Voraussetzung dafür, nicht nur irgendeine, sondern eine für uns alle schönere und damit lebenswertere Welt im Schönen zu schaffen; mit anderen Worten: den Schritt von einer bloßen Kosmopoiesis zur Kosmopoesie zu vollziehen.

11:00 Uhr Pause
11:30 Uhr Resonanzen
Stimmen zum Vormittag: Was wirkt?
Alexander Bodmann, Sandra Gruber, Franz-Joseph Huainigg, Andy Icochea Icochea, Michael Musalek
12:00 Uhr still & wirksam
Christa Várkonyi
12:30 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Workshops, Exkursionen und Begegnungen

Gutes schaffen

Workshop-Reihe zur Spiritualität
P. Josef Maureder SJ, Sr. Christa Huber CJ u.a.

An drei Schlüsselmomenten eines Einsatzes (Mut, Freude, Wandel) wird versucht, in Praxis und Gespräch zwei zentrale Wege wirksamen Handelns einzuüben:

  1. Wie finde ich in meinem menschlichen Tun den Kontakt zum Geheimnis des Lebens?
  2. Wie finde ich in all meinen Bemühungen das rechte Maß, die gesunde Mitte?

Es geht darum, unterscheiden zu lernen, was ich als Mensch mit meinen Kräften tun kann und wo und wie ich mich öffnen kann und muss für den Geist des Lebens.So kann ich wirklich kreativ , d. h. schöpferisch werden. Dabei ist der Weg zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ immer neu zu suchen und zu finden.

An allen drei Tagen können sich die Teilnehmenden in fünf Schritten dem jeweiligen Thema annähern, es vertiefen und für ihren persönlichen Kontext fruchtbar werden lassen:

  • MEDITATION
    Sich einfinden und zur Ruhe kommen –
    mit Leib und Seele
  • ÜBUNG
    Dem Thema begegnen –
    im Schreiben, Gehen und Spielen
  • IMPULS
    Hinhören auf das, was Nutzen bringen kann –
    auf Bewährtes und Neues
  • GRUPPENGESPRÄCH
    Miteinander sprechen, Erfahrungen teilen –
    gemeinsam das Thema vertiefen
  • AUSKLANG
    Die Früchte des Nachmittags sammeln –
    dankbar hinsehen und inwendig verkosten

Vielleicht kann sogar etwas erahnt werden, was Jesus damals meinte, als er sagte:
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Denn getrennt von mir, könnt ihr (werkeln, aber) nichts vollbringen.

Entschieden(er) Entscheiden – AUSGEBUCHT !

Wirksame Entscheidungsfreude in Teams und Organisationen
Roland Hutyra, Norbert Schermann

„Man kann es so oder so machen. Ich bin für so.“
(Gerhard Schröder)

Entscheidungsfreudigkeit wird permanent als Forderung an Führungskräfte herangetragen. Schließlich seien diese ja dafür da, etwas zu entscheiden oder zumindest für Entscheidungen zu sorgen. Mit längst fälligen Entscheidungen wird in Organisationen jedoch oft auf drei Arten umgegangen:

  • Man lässt sie möglichst offen, vielleicht erledigen sie sich ja von selbst.
  • Man schiebt sie solange auf, bis nur mehr die berühmte Brechstange übrig bleibt.
  • Man hadert mit ihren möglichen Folgen: Vielleicht wird man danach ja nicht mehr geliebt (oder in seiner Führungsfunktion weniger ernst genommen).

In diesem Workshop geht es daher um ein zentrales Thema: Welche Faktoren beeinflussen Entscheidungsprozesse in Organisationen und was ihre nachhaltige Wirksamkeit? Anhand von theoretischen Modellen und der Arbeit mit Fallbeispielen der Teilnehmer/innen werden typische Prozesse beleuchtet und günstige Bedingungen auf der Ebene von Personen, Teams und Organisationen erarbeitet.

Inhalte:

  • Systemische Sicht auf Organisation als Entscheidung
  • Psychologische Aspekte von Entscheidungen:
    • Günstige Bedingungen auf Ebene der Personen
    • Günstige Bedingungen auf Ebene der Organisation
  • Prototypischer Entscheidungsprozess im Team
  • Organisationsethische Aspekte der Entscheidung: Wie kommen wir zu den für uns passenden Entscheidungen?

  • Entscheidung + Freude = Entscheidungsfreudigkeit?

Die Freude der Kunstbetrachtung

Sr. Ruth Pucher MC

Gute Kunst wird nie langweilig – im Gegenteil: Sie erschließt sich umso tiefer, je länger man sie betrachtet.

An diesem Nachmittag wird die Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste besucht und gemeinsam eine Weise des fragenden und meditativen Schauens im Museum erprobt und eingeübt. Hintergrundinformationen ergänzen das persönliche Sehen und Erkennen. Dabei ist die Summe der Beobachtungen in der Gruppe immer mehr als ihre Teile vermuten lassen.

Betrachtungsgegenstand ist ein Stillleben des holländischen Malers Jan Davidsz. de Heem aus dem 17. Jahrhundert. Dieser Künstler und seine Zeitgenossen sind bekannt für ihre besondere Freude am Schauen, ihr Interesse an Materialien und Oberflächen, ihre Liebe zu Details. Was auf den ersten Eindruck als ein beliebiger Ausschnitt der Wirklichkeit erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein System, das erst nach und nach seine Ordnungskriterien verrät, und ein tieferes Geheimnis offenbart.

An diesem Werk wird erfahrbar, dass sich Zeitinvestition und Konzentration lohnen. Dieses Bild werden Sie nicht mehr vergessen!

Im Anschluss an die Kunstbetrachtung suchen wir das Gespräch mit der Direktorin der Sammlung Frau Dr. Martina Fleischer, die uns ihre persönlichen und fachlichen Zugänge zur Kunst allgemein und zu einzelnen Arbeiten darstellen wird.

Gutes Leben bis zuletzt? – AUSGEBUCHT !

Exkursion Caritas Socialis Hospiz Rennweg
Karlheinz Wiesinger, Begleitung: Christian Metz

Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch viel zu tun! (Stein Husebö)

‚Hospiz’ beschreibt nicht nur einen Ort, wo Menschen an ihrem Lebensende Geborgenheit und Unterstützung erfahren können, sondern auch eine Lebens-Haltung: sie äußert sich konkret und lässt sich erleben. Wahrgenommen und anerkannt zu werden als der Mensch, der ich geworden bin, mit dem was ich jetzt brauche und auch mit dem, was ich nun nicht mehr will. Ein Hospiz lebt – stationär wie mobil – von den Menschen, die dort tätig sind: hauptamtlich in unterschiedlichen Berufen, als freiwillig Tätige mit reichen Lebenserfahrungen und praktischen Alltagskompetenzen.

In der Begegnung und im Austausch mit Mitarbeitenden des CS Hospiz Rennweg wird besser zu verstehen sein,
– worauf es in der Begleitung und Betreuung am Lebensende entscheidend ankommt;
– was „Leben können bis zuletzt“ konkret bedeuten kann – in Anerkennung der Einmaligkeit der Personen („Gäste“) und deren Lebens- und Krankheitsverläufen – wie auch im Blick auf die ‚Care-giver’ selbst und deren Kompetenz, Möglichkeiten und Grenzen;

An den Grenzen, wo Leben schwer fällt, oftmals eingeschränkt und vulnerabel ist, erscheint Grenz-Kompetenz besonders bedeutsam und wirkungsvoll: worauf kommt es hier und jetzt entscheidend an, was macht den Unterschied, um das Leben noch aushalten zu können, bis es sich vollendet? Was ist (noch) zu tun – oder (besser) zu lassen?

In der Begegnung mit Menschen in Hospiz und Palliative Care lässt sich wirksam fürs Leben lernen – und das nicht nur „letzten Endes“:

  • Gerade am Lebensende lassen sich entscheidende Fragen und Bewertungen des Gesundheitswesens und der Humanität der Gesellschaft wie in einem Spiegel und Vergrößerungsglas erkennen;
  • wird sog. Versorgungsqualität als (ethische) Entscheidungsqualität identifiziert:
    wer ist vorausschauend (wie) zu beteiligen, was ist zu bedenken, abzuklären, welche Alternativen gibt es, was ist jedenfalls zu vermeiden etc.
  • lassen sich wirkungsvolle Aspekte einer Kommunikations- und Sorgekultur besonders deutlich erkennen;
  • Schritte einer Gratwanderung: Wie lassen sich (hospizlicher) Anspruch und (Organisations-)Alltag konkret balancieren:
    – Inwieweit ist ein solcher (Ideal-)Anspruch wirksam für konkrete Handeln?
    – Wie lassen sich die Lebenswünsche und Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten wahrnehmen, ohne dabei die Leistungsfähigkeit, Möglichkeiten und Grenzen der Mitarbeitenden sowie die vorhandenen Rahmenbedingungen der Organisation außer Acht zu lassen?

Wenn (Lebens-)Zeit knapp bemessen ist, (Lebens-)Kräfte schwinden, massive Verluste eintreten etc.: wie kann die Aufmerksamkeit geschult werden, das zu tun bzw. zu lassen, was dem Leben (bis zuletzt) in diesem Moment (noch) dient.

Neue Perspektiven durch Begegnung und Begleitung

Erfahrungen aus dem Refugee Mentoring Programm von „Wirtschaft für Integration“
Peter Wesely

Mit 1. Juni 2016 hat der Verein „Wirtschaft für Integration ein sechsmonatiges Mentoring Programm für Flüchtlinge gestartet.

Kompetenzen erkennen, sichern und weiterentwickeln – das soll bereits während des Asylverfahrens möglich sein. Das Refugee Mentoring Programm ist ein Pilotprojekt, in dem 50 Flüchtlinge mit Ausbildung im Bereich EDV/IT oder im kaufmännischen Bereich die derzeit in Wien leben, von Frauen und Männern aus der Wirtschaft begleitet werden.

Ein Deutschkurs und mehrere Workshops sind das Basisprogramm für die TeilnehmerInnen am Programm. Die Begleitung durch den Mentor, die Mentorin sollen erste Kontakte mit der österreichischen Gesellschaft und Arbeitswelt ermöglichen.

Die persönliche Begegnung mit neuen Lebenswelten, mit einem anderen Denken, anderen Lebensgeschichten öffnet neue Perspektiven. Ein Mentoring Programm ist mehr als eine punktuelle Begegnung, es ist ein Prozess. Peter Wesely, der Geschäftsführer von Wirtschaft für Integration, berichtet im Workshop über Erkenntnisse aus den ersten Monaten, über Chancen und Stolpersteine in der Begegnung, über Freude und Ratlosigkeit, Enttäuschung und Hoffnung.

www.vwfi.at

Überbewertet oder Unabdingbar?

Soziale Innovation auf dem Prüfstand.
Katharina Meichenitsch, Florian Pomper

Soziale Innovation ist in aller Munde – das Konzept findet sich in Ausschreibungen für Preise, in Förderungsrichtlinien der öffentlichen Hand, Strategiepapieren von Sozialorganisationen oder im europäischen Politik-Diskurs. Die Breite der Diskussion lässt erahnen, welche Möglichkeiten sich für die Begriffsdiskussion ergeben – soziale Innovation als Managementaufgabe, als Retterin des Sozialstaats, als Bedrohung im Sinne der Vermarktlichung von sozialen Dienstleistungen und vieles mehr.

In diesem Workshop wird zu Beginn gemeinsam mit den TeilnehmerInnen eine Landkarte erstellt , die einen Überblick über die unterschiedlichen Zugänge zum Thema und über relevante Akteur/innen, Institutionen sowie deren Beziehungen gibt.

Von dieser Landkarte ausgehend, beleuchtet der Workshop das Thema soziale Innovation sowohl aus der gesellschaftspolitischen Makroperspektive als auch aus der Mikroperspektive einzelner Sozialorganisationen: Zunächst soll der politökonomische Rahmen diskutiert werden, in dem der Begriff soziale Innovation verwendet wird. Wer definiert soziale Innovation, wer bringt diese hervor, wem helfen sie? Danach gehen wir der Frage nach, welche Bedeutung soziale Innovationen für einzelne Sozialorganisationen haben (sollen) und diskutieren anhand des Beispiels der Caritas Wien, wie das Thema in der eigenen Organisation verankert werden kann.

Dieser Workshop kann auch im Rahmen des Masterlehrgangs Management Sozialer Innovationen besucht werden, den die Akademie für Sozialmanagement in Kooperation mit der FH Oberösterreich anbietet. Nächster Start des Masterlehrgangs ist im September 2016.
www.asom.at/msi.php

Was Führungskräfte von Jesuiten lernen können

P. Christian Marte SJ

Führungskräfte können neue Horizonte entdecken, wenn sie sich mit scheinbar ganz anderen Institutionen beschäftigen – zum Beispiel mit dem Jesuitenorden.

Dieser größte Männer-Orden der katholischen Kirche ist global tätig, zentral geleitet – und ziemlich unzufrieden mit dem Status quo in der Gesellschaft.

  • Woher bekommen wir unsere Inspiration – und welche Modelle der Weltdeutung wirken in uns?
  • Was heißt für Führungskräfte „langfristig“?
  • Wie kann ich eine Kultur der Reflexion aufbauen und bei mir beginnen?
  • Und welches Entscheidungsmodell ist „typisch jesuitisch“?

Diesen Fragen werden wir in diesem Workshop nachgehen und mit den Teilnehmenden diskutieren.

18:00 Uhr Treffpunkt

Austausch und kulinarische Stärkung

Musiker/innen von open piano for refugees rahmen den Treffpunkt – Raum für Austausch und kulinarische Stärkung zwischen Tages- und Abendprogramm.

Musafer (Afghanistan), Yota Utuyo & Tina Uka (Nigerien), Mohammed Moazzen & Saeed Hosseini Saeb (Iran).

superar-orchester

superar-orchester

superar-orchester

19:00 Uhr Konzert

Superar

(Grenzen) überwinden, (sich selbst) übertreffen

Nach diesem Motto bietet die Initiative Superar seit 2009 allen interessierten Kindern eine kostenfreie musikalische Ausbildung in den Fächern Chor oder Orchester und ermöglicht hochwertige musikalische Förderung vor allem dort, wo Kinder und Jugendliche wenig Zugang zu kultureller Förderung haben. Über 1100 Kinder in Wien nehmen bereits mit großer musikalischer Begeisterung an dem Projekt teil. Die Superar Konzerte bezaubern durch eine besondere Atmosphäre und machen die Kraft und die Freude gemeinsamen Musizierens spürbar. Erleben Sie das 2013 gegründete Superar Orchester, genießen Sie einen mitreißenden Abend und werden Sie Teil der Begeisterung von Superar!

superar-orchester

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WANDEL | Mittwoch, 26. Oktober 2016

9:00 Uhr Nur für heute
zum Tag und zum Thema Wandel
Franz Schuh
9:30 Uhr Keynotes

Effectiveness – from Illusion to Reality

Tomáš Sedláček, Oliver Tanzer

The doctrine of economics, since Aristotle first made the attempt to describe the
effect of economic action, is to systemize and control reality. As always, when man
tries to pass from singularities to generalized knowledge, he has to put forward
assertions, thesis, theories and mathematical (logical) representation.

The criticism – that these logical concepts fail to describe reality – is generally
known and widespread. The concepts of common sense and behaviorism are
normally seen as possible solutions of the problems of mathematized economics.
However, we think, they might also proof insufficient.

In order to understand better the controlling elements of economy and society, we
have to get beyond the classical path and analyze the unconscious and irrational
elements of economic deed. Only by exploring the psychological background, a
sound diagnosis can be put forward, and measures to change the system can be
taken.

In the face of multiple distortions of globalization, we see that neither simplifications
nor rationalizations (providing us with an efficiency-order), are leading to a world
and society, that we long for. It does not even produce what it pretends to produce:
personal and social happiness.

To the contrary, empty promises and unfulfilled desires lead to multiple depressive
elements of growth-capitalism. In this sense, effectiveness has become an illusion:
The benefits capitalism produces today, are benefits to uphold the system of growth
for growths sake. In this sense the system does not respond to its creator but only
to itself.

To eliminate the multiple weaknesses and refocus on human and societal benefits
we need a new concept of effectiveness, combining economic knowledge with
psychological analysis.

Wege aus der Wirksamkeits-Illusion

Die Lehre von der Ökonomie ist seit Aristoteles der Versuch, die Wirksamkeit
wirtschaftlicher Aktion zu beschreiben, zu systematisieren und zu steuern. Wie
immer, wenn der Mensch allgemein Gültiges aus dem Speziellen abzuleiten
versucht, gelingt das nur auf dem Weg der Verallgemeinerung. Und so geschieht
es auch in der Ökonomie in Form der Behauptung, der These, der Theorie und der
mathematischen (logischen) Darstellung.

Die Kritik, dass die logischen Konzepte die Realität nicht abzubilden vermögen, ist
allgemein bekannt. Wir meinen aber, dass auch das Konzept des Common Sense,
des Hausverstandes oder des Behaviourismus nicht ausreicht um zu den wirklichen
Steuerungselementen der Wirtschaft und Gesellschaft vorzudringen.

Wir müssen vielmehr das Unbewusste und Irrationale erfassen um verstehen zu
können, wie und warum wir handeln, als Einzelne, aber auch als Kollektive in den
Märkten. Während wir glauben rational wirksam zu sein, können und konnten wir
nie die eigentlichen Konsequenzen unseres Handelns – und unseres Handels –
einschätzen.

Anders gesagt: Wir müssen uns heute, angesichts der Verwerfungen der
Globalisierung fragen, ob unsere Vereinfachungen und Rationalisierungen, die uns
zu einer bestimmten Effizienz-Ordnung gebracht haben, nicht jener Welt dienen,
die in unserer Absicht stand und dass unsere Ordnung auch gar nicht produziert,
was es eigentlich zu produzieren vorgibt, nämlich die persönliche und soziale
Erfüllung.

Sie bringt im Gegensatz dazu Glücksversprechen hervor, die leer bleiben und stets
von anderen Versprechen abgelöst werden – bezahlt mit natürlichen und
menschlichen Ressourcen. Wir leben so gesehen in einer ökonomischen
Wirksamkeits-Illusion: Das System beurteilt und beantwortet sich selbst. Belohnt
wird nicht der Beitrag zu einer harmonischen Gesellschaft. Belohnt werden Zahlen,
Bilanzen und zwar mit dem Bewertungsfetisch Geld. Das Wirksamkeitskonzept
geht Einbahnstraßen.

Es braucht ein neues ökonomisches Denken, das sich der vergessenen Lehren
und Lehrer der Ökonomie wieder besinnt und die menschliche Psyche –
insbesondere das Unbewusste und das Zwischenmenschliche als entscheidenden
Bestandteil unserer wirtschaftlichen Gesellschaft wahrnimmt.

11:00 Uhr Pause
11:30 Uhr Resonanzen
Stimmen zum Vormittag: Was wirkt?
Tomáš Sedláček, Oliver Tanzer, Christian Friesl (angefragt), Sandra Micko
12:00 Uhr still & wirksam
P. Gustav Schörghofer SJ
12:30 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Workshops, Exkursionen und Begegnungen

Expert/innen-Forum Gesellschaftlicher Wandel durch Migration

Interaktive Gesprächsrunde
Karin Abram, Dominik Beron, Heinz Faßmann, Gerald Knaus, Regina Polak, Uli Schmid, Angelika Schwarzmann

Das Expert/innen-Forum bietet einen Rahmen, um die unterschiedlichen Aspekte des gesellschaftlichen Wandels zu beleuchten, den wir aktuell durch Migrationsbewegungen in Europa erleben. Welche Auswirkungen diese haben (werden) und was wir tun können, um wirksam positiv Einfluss nehmen zu können, damit werden wir uns in dieser interaktiven Gesprächsrunde auseinander setzen.

Gutes schaffen – AUSGEBUCHT !

Workshop-Reihe zur Spiritualität
P. Josef Maureder SJ, Sr. Ruth Pucher MC, Sr. Christa Huber CJ u.a.

An drei Schlüsselmomenten eines Einsatzes (Mut, Freude, Wandel) wird versucht, in Praxis und Gespräch zwei zentrale Wege wirksamen Handelns einzuüben:

  1. Wie finde ich in meinem menschlichen Tun den Kontakt zum Geheimnis des Lebens?
  2. Wie finde ich in all meinen Bemühungen das rechte Maß, die gesunde Mitte?

Es geht darum, unterscheiden zu lernen, was ich als Mensch mit meinen Kräften tun kann und wo und wie ich mich öffnen kann und muss für den Geist des Lebens.So kann ich wirklich kreativ , d. h. schöpferisch werden. Dabei ist der Weg zwischen „zu viel“ und „zu wenig“ immer neu zu suchen und zu finden.

An allen drei Tagen können sich die Teilnehmenden in fünf Schritten dem jeweiligen Thema annähern, es vertiefen und für ihren persönlichen Kontext fruchtbar werden lassen:

  • MEDITATION
    Sich einfinden und zur Ruhe kommen –
    mit Leib und Seele
  • ÜBUNG
    Dem Thema begegnen –
    im Schreiben, Gehen und Spielen
  • IMPULS
    Hinhören auf das, was Nutzen bringen kann –
    auf Bewährtes und Neues
  • GRUPPENGESPRÄCH
    Miteinander sprechen, Erfahrungen teilen –
    gemeinsam das Thema vertiefen
  • AUSKLANG
    Die Früchte des Nachmittags sammeln –
    dankbar hinsehen und inwendig verkosten

Vielleicht kann sogar etwas erahnt werden, was Jesus damals meinte, als er sagte:
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht. Denn getrennt von mir, könnt ihr (werkeln, aber) nichts vollbringen.

Mehr Wirkung durch Sozialraumorientierung?

Tatjana Fischer, Eva Hysa, Moderation: Thomas Krumpholz

Sozialraumorientierung und flexible Hilfen sind Begriffe eines personenbezogenen Konzepts der sozialen Arbeit. Worauf zielt dieses Konzept ab, welche Wirkungen sollen damit im Unterschied zu anderen Arbeitsweisen erreicht werden und wie kann es gelingen, in Zeiten des Wandels das Miteinander zu stärken?
Die Referentinnen geben in diesem Workshop einen Einblick in den Stand der Forschung und die Praxis der Sozialraumorientierung. An ausgewählten Beispielen der Steiermark wie dem Zeit-Hilfs-Netz Steiermark werden Wunsch und Wirklichkeit zum Thema diskutiert sowie Akteurskonstellationen und weitere gesellschaftliche Einflussgrößen identifiziert. Die Ableitung von Handlungsfeldern für ein – auch zukünftiges – Gelingen der sozialen Arbeit im Rahmen der Sozialraumorientierung rundet die Ausführungen ab.

Humoranagement – AUSGEBUCHT !

Michael Eibensteiner

„In unserer Zeit wird viel von Ironie und Humor geredet,
besonders von Leuten, die nie vermocht haben, sie praktisch auszuüben.“
(Sören Kierkegaard)

Gemeinsam treten wir aus Ihrem Alltag heraus, beschäftigen uns mit dem Thema Humor und gehen der Frage nach, was das mit Ihrem Beruf zu tun haben könnte. Doch dabei bleibt es keinesfalls bei einem theoretischen „Gerede“. Dieser Workshop beschäftigt sich in praktischen Herangehensweisen mit Themen wie:

  • Wieviel Humor braucht Ihre Arbeit? Spaß muss sein – aber wieviel?
    Und wieviel Humor braucht man, um so manchen Spaß zu ertragen?

  • Humor, was ist das eigentlich? Welche Chancen und Grenzen hat Humor?
    Und wieviel Wirkung kann in einer Prise Humor schon stecken?

  • Wieviel Humor steckt in Ihnen? Wie können Sie diesen herauslassen und wieviel Mut braucht es dafür?
    Und wie kommen Sie vom „Kopfkino“ zum humorvollen Erlebnis für alle?

Ein Humorworkshop quer durch den Gemüsegarten.
Doch keine Angst! Für diese Teilnahme sind keinerlei Humorvorkenntnisse erforderlich! 🙂

18:00 Uhr Treffpunkt

Austausch und kulinarische Stärkung

Musiker/innen von open piano for refugees rahmen den Treffpunkt – Raum für Austausch und kulinarische Stärkung zwischen Tages- und Abendprogramm.

Musafer (Afghanistan), Yota Utuyo & Tina Uka (Nigerien), Mohammed Moazzen & Saeed Hosseini Saeb (Iran).

superar-orchester

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19:00 Uhr Abendvortrag

Was sind heute noch „europäische Werte“? Gibt es sie?

Gerald Knaus

Die liberalen Werte, die wir heute in Europa haben, sind in Gefahr. Eine neue Rechte, populistisch, antiliberal, gegen Flüchtlinge, mit Muslimen als Feindbild und Sündenböcken, vernetzt sich immer besser quer durch Europa und bekommt enormen Auftrieb. Diese Bewegung hätte vielleicht auch europäische Lösungen zu bieten, aber mit einem liberalen Europa hätte dies nichts mehr zu tun. Wir haben den friedlichen Fall der Berliner Mauer erlebt, aber auch den Bosnienkrieg – also den Himmel und die Hölle in Europa. Nach der Wende 1989 hatten wir die Hoffnung, ein Europa im Sinne der Dissidenten, wie es Václav Havel war, zu schaffen, ein offenes Europa ohne Grenzen. Gleichzeitig haben wir Völkermord und Vertreibung erlebt, in Bosnien, mitten in Europa. Man darf sich nicht darauf verlassen, dass die Stabilität, die wir heute kennen, von selbst erhalten bleibt. Was also bedeuten „europäische Werte“ heute noch und was können wir tun, um das liberale Europa zu bewahren und fortzuentwickeln?

WEITER WIRKEN | Donnerstag, 27. Oktober 2016

Vertiefende Angebote
Workshops, Exkursionen und Begegnungen

Entscheiden – um wirksam zu sein – AUSGEBUCHT !

Sr. Christine Rod MC

„Wenn Sie alles Gute der bei einer Entscheidung in Frage stehenden Möglichkeiten vereinen wollen, werden nur verbale und faule Kompromisse versucht, läuft man allen Hasen nach und fängt keinen wirklich.“

Karl Rahner (1972)

Entscheiden heißt, Wirklichkeit ermöglichen und Wirklichkeit gestalten. Führungskräfte sind solche Ermöglicher und Gestalter von Wirklichkeit – mit anderen und für andere. Führen heißt, erkennen, was wirkt und was wirklich einen Unterschied macht. Also: wirksam sein. Entscheidungen gehören zum „täglichen Brot“ von Führungskräften. Wer nicht entscheidet, für den entscheiden oft „das Schicksal“, die Zeit, die angeblichen oder wirklichen Sachzwänge – oder andere. Manches Mal hilft es auch schon zu unterscheiden, was überhaupt entschieden werden kann und muss – und was auch nicht.

Bei Entscheidungen kommen Kriterien, Werte, spirituelle Haltungen ins Spiel. Einerseits, weil sich in jeder Entscheidung etwas scheidet und weil Entscheidungen auch mit Verlusten und mit Abschied von anderen (vielleicht auch nicht schlechten) Möglichkeiten zu tun haben. Andererseits, weil Entscheidungen an unsere Motivation, an unsere „Beliefs“, an das Beste in uns rühren. An das, was etwas wert ist und was ich zu leben versuche und in diese Welt, in diese Wirklichkeit einbringen will.

Der Workshop stellt die drei Schritte Unterscheiden, Entscheiden und Entschiedenheit aus der spirituellen Tradition der Jesuiten vor, die notwendig und auch möglich sind, um Wirklichkeiten gestalten zu können und wirksam zu sein.

Termin:
Donnerstag, 27.10.2016, 14:00-17:30 Uhr

Teilnahmegebühren:
€ 95,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Kraftquelle Atem – Achtsamkeit für mich

Christa Várkonyi

Zwischen unserem Atemgeschehen und unserer körperlich-seelischen Befindlichkeit gibt es einen klaren Zusammenhang. Jede Anspannung hemmt den freien Atemfluss, sie kann aber auch mühelos über den Körper und den Atem wieder losgelassen werden. (Seufzen, aufatmen!)

In kurzer Zeit können wir durch einfache Atemübungen zur Ruhe kommen und uns zentrieren. Gedankenstille entsteht dabei von selbst. Sie ermöglicht effiziente Kurzpausen und ist die Grundlage für salutogene Selbstreflexion.

Bitte bequeme Kleidung tragen und Socken mitbringen!

Termin:
Donnerstag, 27.10.2016, 14:00-17:30 Uhr

Teilnahmegebühr:
€ 50,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Lebensführung – Philosophische Praxis im Alltag für Gestalter/innen – AUSGEBUCHT !

Christian Metz, Patrick Schuchter

‚Das ist’s ja, was den Menschen zieret
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im inneren Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.‘

(Friedrich Schiller, aus: ‚Die Glocke‘)

Philosophie will über Spezialsprachen hinaus etwas Bedeutsames und Verbindendes schaffen, Unterbrechung ermöglichen, Reflexionsräume öffnen, Orientierung anbieten – in den vielfältigen Spannungsfeldern unserer Lebens- und Arbeitswelten.

In philosophischen Austausch- und Nachdenkprozessen wird nicht unmittelbar an
Lösungen und Problemen gearbeitet, sondern durch die Philosophie kann – im günstigsten Fall – ein gemeinschaftsbildender Prozess des Verstehens, der Erhellung der eigenen Situation im Lichte der Lebenslage anderer stattfinden. Dies kann direkt oder indirekt zu einer stimmigen Wirksamkeit unseres Seins und Handelns entscheidend
beitragen.

Philosophie – im antiken ursprünglichen Sinn und heute als ‚Philosophische Praxis‘ – hat nichts Elitäres oder Hochtrabendes, sondern meint einfach den denkenden Umgang mit fundamentalen existenziellen und gesellschaftlichen Fragen im Alltag. In der Regel müssen wir diese Fragen, die uns konfus bewegen, überhaupt erst entdecken – durch Erinnern, Erzählen, durch das Verstehen unserer Gefühle.

Die Haupterkenntnisquelle dafür ist die Lebenserfahrung oder das Gedächtnis. Philosophie strebt danach, das stumme Lebenswissen zu bergen und es zu einer Weisheit des Alltags zu erweitern – für eine Einübung in die Kunst des Lebens.

An den beiden Tagen wollen wir uns ein wenig philosophisch üben – und dann auch die Frage stellen: Wie können Führungskräfte, Menschen in gestaltenden Positionen im Arbeitsalltag mit kleinen, aber strukturierten philosophischen Impulsen Team – und Organisationskulturen mitgestalten.

Das Angebot ist als zweitägige Reihe konzipiert, wobei die Teilnahme auch an nur einem der beiden Termine möglich ist. Für eine besonders ertragreiche und wirksame Erfahrung empfehlen wir, an beiden Tagen teilzunehmen – dies kommt auch in der Gestaltung der Teilnahmegebühr zum Ausdruck.

Termine:
Donnerstag, 27.10.2016, 14:00 – 17:00 Uhr
Freitag, 28.10.2016, 14:00 – 17:00 Uhr

Teilnahmegebühr:
Ein Termin: € 65,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Beide Termine: € 100,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Stille wirkt

Kontemplative Übungen
Sr. Christa Huber CJ

Die erste Entdeckung des heutigen Tages wird die Stille sein: Geräusche oder Lärm werden gemacht. Stille ist immer schon da, sie kann entdeckt werden. Durch sie entsteht ein Raum, der Begegnung ermöglicht – Begegnung mit sich selbst, mit der Welt in ihrer wahren Wirklichkeit, eine Ahnung von der göttlichen Schöpfungskraft und einen Zugang zur eigenen Tiefe, zur Quelle der eigenen Kraft.

Es werden Schritte angeleitet, die dann mehr und mehr in gemeinsamer stiller Meditation selbständig vertieft werden können. Geeignete Übungen fördern unsere Fähigkeit wahrzunehmen. Wir lernen den unterschiedlichen Umgang mit aufkommenden Gedanken und Gefühlen.

Die Übungen selbst beziehen sich auf das Wahrnehmen und sind daher sehr offen; wer möchte, kann den Weg in Richtung einer spirituellen Meditation weiterführen und mit dem eigenen Glauben verbinden.

Termin:
Donnerstag, 27.10.2016, 9:00-17:00 Uhr

Teilnahmegebühr:
€ 65,- inkl. USt, Tagesverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Sauerteig oder Lückenbüßer – was bewirken Freiwillige in Gesellschaft und Organisation?

Impulse und Austausch für Gestalter/innen von freiwilligem Engagement
Claudio Tedeschi, Moderation: Petra Rösler

Die Veranstaltung will vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Freiwilligenarbeit zu einem Blick auf das größere Ganze anregen. Anhand von Impulsen aus Projekten und Aktivitäten in Vorarlberg (v.a. aus den Bereichen Asyl und Demenz) beschäftigen sich die Teilnehmenden mit folgenden Fragen:

  • Welches Bild von Freiwilligenarbeit herrscht in meiner Organisation vor: Lückenbüßer oder (Mit)gestalter? Wer und was bestimmt dieses Bild? Wie wirkt es sich in meiner Arbeit (Gewinnung, Begleitung von FW) aus?
  • Was braucht es (an Strukturen, Offenheit,…) um von der Investition in ein FW-Projekt zu einem Profit für die Zivilgesellschaft zu kommen?
  • Wie gelingt Vernetzung in der FW-Arbeit: von der Institution hin zum Gemeinwesen und umgekehrt? Wie können wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen?
  • Wo sehen wir / setzen wir Grenzen (was ist FW-Arbeit, was nicht mehr / was ist ein FW-Projekt, was ein Profi-Projekt?) und wie sind uns die hilfreich oder hinderlich?
  • Wie kann ich meine eigene FW-Koordination so gestalten, dass wir „magnetisch“ werden für viele? Was ermöglicht Anziehung und erleichtert das Andocken?

Termin: Donnerstag, 27.10.2016, 9:00-12:00 Uhr

Teilnahmegebühr: € 65,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.
Für Absolvent/innen des Lehrgangs FW-Koordination im Kardinal König Haus ist ein Frühstück ab 8 Uhr im Preis inkludiert, bitte bei Anmeldung angeben!

Gemeinsam mehr sehen

Museumsbesuch für Kunstliebhaber und Neueinsteiger
Sr. Ruth Pucher MC

Unsere Sehgewohnheiten sind geprägt von Erziehung, Bildung, Beruf – und nicht zuletzt von der Kultur, in der wir leben. Menschen aus anderen Kulturkreisen sehen unsere Welt mit ihren Augen; sie sehen und urteilen anders. Diese Pluralität wollen wir nutzen, um Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständlichkeiten mehr Beachtung zu schenken.

Das Kunsthistorische Museum lädt Flüchtlinge in Begleitung ein, gratis seine Sammlungen zu besuchen. Dieser Einladung wollen wir folgen: Gemeinsam mit Teilnehmenden aus den Deutschkursen des Kardinal König Hauses beschäftigen wir uns mit ausgewählten Exponaten und erzählen einander „unsere Geschichten“.

Der Museumsbesuch wird am Vormittag in der Gruppe vorbereitet. Nach dem Mittagessen fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Kunsthistorische Museum. Zirka eine Stunde werden wir in den Sammlungen verbringen. Der Besuch klingt im Café des Museums aus.

Termin: Donnerstag, 27.10.2016, 10:00-16:00 Uhr

Teilnahmebeitrag: Freie Spende für die Deutschkurse im Kardinal König Haus

WEITER WIRKEN | Freitag, 28. Oktober 2016

Vertiefende Angebote
Workshops, Exkursionen und Begegnungen

Kraftquelle Atem – Achtsamkeit für mich – AUSGEBUCHT !

Christa Várkonyi

Zwischen unserem Atemgeschehen und unserer körperlich-seelischen Befindlichkeit gibt es einen klaren Zusammenhang. Jede Anspannung hemmt den freien Atemfluss, sie kann aber auch mühelos über den Körper und den Atem wieder losgelassen werden. (Seufzen, aufatmen!)

In kurzer Zeit können wir durch einfache Atemübungen zur Ruhe kommen und uns zentrieren. Gedankenstille entsteht dabei von selbst. Sie ermöglicht effiziente Kurzpausen und ist die Grundlage für salutogene Selbstreflexion.

Bitte bequeme Kleidung tragen und Socken mitbringen!

Termin:
Freitag, 28.10.2016, 9:00-12:30

Teilnahmegebühr:
€ 50,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Lebensführung – Philosophische Praxis im Alltag für Gestalter/innen – AUSGEBUCHT !

Christian Metz, Patrick Schuchter

‚Das ist’s ja, was den Menschen zieret
Und dazu ward ihm der Verstand,
Daß er im inneren Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.‘

(Friedrich Schiller, aus: ‚Die Glocke‘)

Philosophie will über Spezialsprachen hinaus etwas Bedeutsames und Verbindendes schaffen, Unterbrechung ermöglichen, Reflexionsräume öffnen, Orientierung anbieten – in den vielfältigen Spannungsfeldern unserer Lebens- und Arbeitswelten.

In philosophischen Austausch- und Nachdenkprozessen wird nicht unmittelbar an
Lösungen und Problemen gearbeitet, sondern durch die Philosophie kann – im günstigsten Fall – ein gemeinschaftsbildender Prozess des Verstehens, der Erhellung der eigenen Situation im Lichte der Lebenslage anderer stattfinden. Dies kann direkt oder indirekt zu einer stimmigen Wirksamkeit unseres Seins und Handelns entscheidend
beitragen.

Philosophie – im antiken ursprünglichen Sinn und heute als ‚Philosophische Praxis‘ – hat nichts Elitäres oder Hochtrabendes, sondern meint einfach den denkenden Umgang mit fundamentalen existenziellen und gesellschaftlichen Fragen im Alltag. In der Regel müssen wir diese Fragen, die uns konfus bewegen, überhaupt erst entdecken – durch Erinnern, Erzählen, durch das Verstehen unserer Gefühle.

Die Haupterkenntnisquelle dafür ist die Lebenserfahrung oder das Gedächtnis. Philosophie strebt danach, das stumme Lebenswissen zu bergen und es zu einer Weisheit des Alltags zu erweitern – für eine Einübung in die Kunst des Lebens.

An den beiden Tagen wollen wir uns ein wenig philosophisch üben – und dann auch die Frage stellen: Wie können Führungskräfte, Menschen in gestaltenden Positionen im Arbeitsalltag mit kleinen, aber strukturierten philosophischen Impulsen Team – und Organisationskulturen mitgestalten.

Das Angebot ist als zweitägige Reihe konzipiert, wobei die Teilnahme auch an nur einem der beiden Termine möglich ist. Für eine besonders ertragreiche und wirksame Erfahrung empfehlen wir, an beiden Tagen teilzunehmen – dies kommt auch in der Gestaltung der Teilnahmegebühr zum Ausdruck.

Termine:
Donnerstag, 27.10.2016, 14:00 – 17:00 Uhr
Freitag, 28.10.2016, 14:00 – 17:00 Uhr

Teilnahmegebühr:
Ein Termin: € 65,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Beide Termine: € 100,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Gönne dich dir selbst. Gelebte Selbstfürsorge als Grundlage wirksamer (ehrenamtlicher) Hilfe.

Sepp Fennes

„Fange damit an, dass du über dich selbst nachdenkst, damit du dich nicht
selbstvergessen nach anderem ausstreckst.“

Bernhard von Clairvaux

Ein in der Freiwilligenarbeit oft wenig beachteter, aber wichtiger Aspekt ist die „Selbstfürsorge der HelferInnen“. Die notwendige Klarheit, Präsenz und Wirksamkeit kann nur dann nachhaltig erzielt werden, wenn wir auch „gut auf uns schauen“ können und uns unserer Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen bewusst sind. Die Kenntnis der Motive und Glaubenssätze, die uns leiten, stützen oder – möglicherweise – belasten, ist dabei essenzieller Bestandteil gelebter Selbstfürsorge.

Bei diesem Reflexions- und Übungstag geht es daher zunächst darum, die eigene Gefühlslandschaft bewusst zu erkunden, eigene Bedürfnisse zu erkennen und wertschätzend zu kommunizieren sowie einen sorgfältigen Blick auf die Gedanken/ Glaubenssätze zu werfen, die in uns lebendig sind. Danach widmen wir uns Übungen und Ritualen, die uns konkret dabei unterstützen können, angewandte Selbstfürsorge zu leben. Wir erforschen mittels Reflexion, Diskurs sowie entspannend-aktivierender Körperarbeit und heiterem Selbstausdruck, was in der Praxis wirkt und wie wir den Transfer in unseren (Ehrenamts-)Alltag bewerkstelligen.

Termin:
Freitag, 28.10.2016, 9:00-17:00 Uhr

Teilnahmegebühr:
€ 150,- inkl. USt, Tagesverpflegung
Reduzierter Preis für Ehrenamtliche:
€ 105,- inkl. USt, Tagesverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.

Gemeinsam mehr sehen

Museumsbesuch für Kunstliebhaber und Neueinsteiger
Sr. Ruth Pucher MC

Unsere Sehgewohnheiten sind geprägt von Erziehung, Bildung, Beruf – und nicht zuletzt von der Kultur, in der wir leben. Menschen aus anderen Kulturkreisen sehen unsere Welt mit ihren Augen; sie sehen und urteilen anders. Diese Pluralität wollen wir nutzen, um Bekanntes neu zu sehen und Selbstverständlichkeiten mehr Beachtung zu schenken.

Das Kunsthistorische Museum lädt Flüchtlinge in Begleitung ein, gratis seine Sammlungen zu besuchen. Dieser Einladung wollen wir folgen: Gemeinsam mit Teilnehmenden aus den Deutschkursen des Kardinal König Hauses beschäftigen wir uns mit ausgewählten Exponaten und erzählen einander „unsere Geschichten“.

Der Museumsbesuch wird am Vormittag in der Gruppe vorbereitet. Nach dem Mittagessen fahren wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln in das Kunsthistorische Museum. Zirka eine Stunde werden wir in den Sammlungen verbringen. Der Besuch klingt im Café des Museums aus.

Termin: Freitag, 28.10.2016, 10-16 Uhr

Teilnahmebeitrag: Freie Spende für die Deutschkurse im Kardinal König Haus

Werte in Unternehmen wirksam werden lassen

Erfahrungen zu Strukturen, Projekten und Prozessen der Vinzenz Gruppe
Rainer Kinast

Rainer Kinast ist Leiter des Zentralbereichs Wertemanagement der Vinzenz Gruppe, ein Unternehmen mit sieben Krankenhäusern und weiteren Gesundheitsbetrieben (ca. 6.000 Mitarbeiter/innen). Seit dem Jahr 2002 arbeitet die Gruppe gezielt an ihrer Wertekultur, hat in diesen Jahren unterschiedlichste Ansätze entwickelt und in der Wertearbeit auf neue Herausforderungen neue Antworten gesucht. Die Grundfrage bleibt – trotz aller Erfolge – ein kontinuierlicher Suchprozess:

Wie gelingt es, dass die propagierten Werte mit dem Gelebten übereinstimmen?

In diesem Workshop wird Rainer Kinast von folgenden Erfahrungen erzählen und gemeinsam mit den Teilnehmer/innen diskutieren:

  • Inhaltliche Werteprofile für Unternehmen entwickeln
  • Mit Strukturen einer Wertearbeit diese lebendig halten
  • Ergebnisorientierte Projekte zur Verankerung des Unternehmensprofils
  • Prozesse, die die Wertehaltungen (!) der Führungskräfte und Mitarbeiter/innen fördern und stärken (neueste Entwicklungen)

In den Diskussionen geht es einerseits darum, die Erfahrungen der Vinzenz Gruppe greifbar zu machen und zu verstehen, andererseits wird darüber nachgedacht, wie diese Erfahrungen für das eigene Unternehmen oder die eigene Abteilung genutzt werden können.

Termin:
Freitag, 28.10.2016, 9:00-13:00 Uhr

Teilnahmegebühr:
€ 65,- inkl. USt, Pausenverpflegung
Für Teilnehmer/innen, die die gesamte Woche der Wirksamkeit gebucht haben, fällt keine weitere Teilnahmegebühr an.