Archiv

„Selbstwirksamkeit kann man nicht erzwingen“

Joachim Bauer

Inspiration. Niemand, der sich einer Sache mit Hingabe widmet, bleibe auf Dauer unwirksam, sagt der Psychotherapeut, Arzt und Neurowissenschaftler Joachim Bauer. Er eröffnet heuer die Woche der Wirksamkeit im Kardinal-König-Haus.

„Die Presse“: Woran erkennen wir, dass wir wirksam sind?
Joachim Bauer: Selbstwirksamkeit erleben Menschen schon im ersten Lebensjahr, nämlich dann, wenn der Säugling merkt, dass seine Aktionen bei Bezugspersonen zu einem Antwortverhalten führen, dass von ihm ausgehende Lebensäußerungen bei anderen Menschen also zu einer Resonanz führen. Die Resonanz, die wir von unseren Mitmenschen zurückerhalten, bleibt lebenslang eine der wichtigsten Quellen erlebter Selbstwirksamkeit. Weitere Möglichkeiten, Selbstwirksamkeit zu erleben, ergeben sich, sobald wir in der Lage sind, mit den eigenen Händen – oder durch unseren Geist – etwas zustande zu bringen. Bei Erwachsenen kommt diesbezüglich der Arbeit eine zentrale Rolle zu. Weitere, sehr schöne Möglichkeiten, Selbstwirksamkeit zu erleben, sind der Sport und die Musik. (mehr …)

Über das Händewaschen & andere Entdeckungen

IMG_9348

Kleine Ursache – große Wirkung
Vielleicht geht es Ihnen auch so wie mir. Die großen Themen in den Nachrichten nehmen mir manchmal den Atem: Flucht und Migration, Arbeitslosigkeit und Armut, ein Europa, in dem scheinbar jeder nur auf sich schaut. Die einen reagieren darauf mit dem Rückzug ins Private: „Trautes Heim – Glück allein.“ Das ist eine Art neues Biedermeier: übersichtlich, planbar, nett. Das kann man gut verstehen. Aber wenn das alle machen, wer kümmert sich dann um das Gemeinwohl, wer kümmert sich dann um die großen und schwierigen Themen? (mehr …)

Organisationen wirksam vereinfachen

IMG_8904 Zuschnitt
Sie finden dieses Interview auf Deutsch direkt im Anschluss an den englischen Text.

Ass. Prof. Sharda S. Nandram (S.S.N.) in interview with Georg Nuhsbaumer (G.N.)

Dr. Sharda S. Nandram is an Associate Professor at Nyenrode Business Universiteit and the Buurtzorg Chair at IFIM (Institute of Finance and International Management) on Sustainable Entrepreneurship and Organizational Innovation.
Buurtzorg Nederland is a Dutch home-care provider which has attracted international attention for its innovative use of self-governing nurse teams.

G.N.: Dr. Nandram, your book is titled “Organizational Innovation by Integrating Simplification. Learning from Buurtzorg Nederland”. Is it a matter of fact that many of our complex management tools are not as effective as we think they are?
S.S.N.: Indeed, as they usually ignore natural tendencies of human beings by creating dichotomies between our natural flow of thinking and behaving in our private life versus the workplace. We are influenced to believe that there is a conflict of interests between employees and management, the so called principle agent problem. This has led to complex mechanisms of control and coordination that undermine trust. (mehr …)

Erschöpfendes Werkeln oder heilsames Wirken?

Gespräch mit P. Josef Maureder SJ, Leiter des Bereichs Spiritualität und Exerzitien

G.N. – Georg Nuhsbaumer, J.M. – Josef Maureder

G.N.: Viele Menschen, die ins Kardinal König Haus kommen, wollen etwas lernen. Sie suchen Hilfen, um mit ihrem Einsatz in verschiedenen Lebensbereichen etwas bewirken zu können. Was sind wesentliche innere Haltungen, um wirksam zu werden?

J.M.: Zuerst würde ich mal darauf hoffen, dass die Aufgaben, die jeder von uns hat, mit fachlicher Kompetenz und Achtsamkeit geplant und durchgeführt werden. Kurz: Professionalität im Beruf ist notwendig. Bei manchen Aufgaben und Tätigkeiten ist allerdings die persönliche Lebensführung höchst bedeutsam, damit professionelles Reden und Tun ankommen und wirksam werden kann. (mehr …)

Wirkungen und Nebenwirkungen

Fünf Schritte

Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich mit den vielen Veränderungen rund um mich herum kaum noch mithalten kann. Das Tempo steigt, vor allem durch die Digitalisierung. Ich merke das, wenn ich auf mein eigenes Verhalten mit dem Smartphone schaue. Historisch gesehen leben wir wohl in einer ähnlichen Wendezeit wie um 1450, als Johannes Gutenberg in Mainz den Buchdruck erfunden hat.

Gibt es in diesen dichten Zeiten noch Spielraum, um selbst etwas zu verändern und zu bewirken? – Ja, diesen Spielraum gibt es. Man muss ihn aber bewusst suchen. Dazu können die folgenden fünf Schritte helfen.

(mehr …)

Über die Wirkung zwischenmenschlicher Beziehung und Kommunikation

Bild Joachim Bauer Zuschnitt

Univ.-Prof. Joachim Bauer (J.B.), Neurowissenschaftler, Arzt und Psychotherapeut im Gespräch mit Georg Nuhsbaumer (G.N.)

G.N.: Herr Prof. Bauer, Sie schreiben in Ihrem Buch „Selbststeuerung – Die Wiederentdeckung des freien Willens“ über die Wirkmächtigkeit von Beziehungen und von Kommunikation. Wie können wir uns unserer Wirkungen im zwischenmenschlichen Kontakt bewusst werden?
J.B.: Eine Möglichkeit, uns unserer Wirkungen auf andere bewusst zu werden, besteht darin, in uns den Wirkungen nachzuspüren, die von anderen Menschen auf uns selbst ausgehen. Wir werden dabei zweierlei entdecken: Zum einen können wir Menschen ohne die Resonanzen, die wir von anderen Menschen erhalten, nicht leben. Zum anderen wird uns dabei deutlich werden, wie „durchschlagend“ – im gutem wie im schlechten Sinne – das sein kann, was uns andere Menschen sagen. Was uns andere Menschen sagen, kann heilsam sein, es kann uns aber auch krank machen. (mehr …)

Wirksam werden

Das Kardinal König Haus als Raum für Inspiration

Warum sind Sie heute aufgestanden?

Weil der Wecker geläutet hat? Aus Pflichtbewusstsein? Oder weil Sie etwas bewegen wollen? Aus einer positiven Spannung heraus, einer Neugierde und Offenheit, einem Gestaltungswillen?

Wenn wir diese Frage ernst nehmen, führt sie uns unweigerlich zu uns selbst. Sie führt uns zu dem, was uns treibt, was uns schubst und was uns stößt – die Angst vor den Konsequenzen, wenn wir zu spät in die Arbeit kommen, oder die Ehrfurcht vor dem strafenden Blick des eigenen Pflichtbewusstseins.

(mehr …)

Faszination Führung

Es braucht wahrscheinlich ein wenig Chuzpe um Führung zu lehren.

Chuzpe steht für Anmaßung, eine Form von frechem Selbstbewusstsein, ist nicht ohne Charme und meist von nachhaltiger Wirkung. An der Akademie für Sozialmanagement pflegen wir diese Chuzpe nun schon über drei Jahrzehnte. Wir sind überzeugt, Menschen im Sozial- und Gesundheitsbereich in ihrer Führungsarbeit gut begleiten zu können. (mehr …)